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Teilnahme des Bolivianischen Botschafters in Deutschland am Rundumschlag in Köln

Am 6. März  2010  wird am 4. Kölner Rundumschlag  SE , Walter Prudencio Magne Veliz, Botschafter Boliviens in Deutschland  teilnehmen.

Ein Workshop mit ihm, der um 15 Uhr in der Alten Feuerwache beginnt, steht unter dem Thema "Bolivien, Wirtschaft , Verfassung ,jüngste Klima-Initiative und das Verhältnis zu sozialen Bewegungen".

1960 in Oruro) geboren, studierte er Ethnologe und Medienwissenschaftler setzt sich für die indigene Bevölkerung und Kokaanbau ein.

Zum  ersten indigener Botschafter ernannte ihn Evo Morales, der Anfang 2006, nach seiner Wahl zum ersten indigenen Präsidenten Amerikas, eine "demokratisch-kulturelle Revolution" eingeläutet hat. 

 Da in Bolivien Benachteiligungen aus sozialen und ethnischen Gründen mehr oder weniger das Gleiche sind, stand Morales anfangs vor dem Problem, kaum über Gefolgsleute in den Behörden und Institutionen zu verfügen. Das alte Personal völlig austauschen konnte und wollte er nicht. So begnügte er sich damit, Leute seines Vertrauens, darunter sehr viele Indigene, in Schlüsselpositionen zu bringen. Nach einer Reihe von frühzeitigen Pensionierungen und Versetzungen wurden Quereinsteiger plötzlich Polizeipräsidenten, Oberfinanzdirektoren und Universitätsrektoren - oder eben Botschafter.

Magne steht für die neue Zeit, die in Bolivien angebrochen ist. Den Bruch spürt er am eigenen Leib. Aber nicht alle im Land sehen den Wandel positiv. Die Regionen des reicheren Tieflands streben nach Autonomie, und ein Teil der weißen Oberschicht will nicht akzeptieren, dass sie von Indigenen regiert werden. Sie können es nicht ertragen, wenn die "Indios" etwas zu sagen haben; wenn, überspitzt gesagt, die Söhne ihrer Haushälterinnen und die Töchter ihrer Chauffeure plötzlich zu ihren Vorgesetzten werden - auch wenn diese, so wie Magne, einen Hochschulabschluss erlangt haben. Jetzt sitzen die Kinder der Haushälterinnen und Chauffeure tatsächlich im Staatsapparat, bestimmen die Politik. Sie glauben, über die höhere Moral zu verfügen. Auch das alte Botschaftspersonal in Berlin konnte sich nur schwer damit arrangieren. Mittlerweile wurde es ausgetauscht.

Er studierte Kommunikationswesen in Oruro, Anthropologie in La Paz und in den Neunzigerjahren drei Semester an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Schließlich hängte er in Sucre einen Master in "Innovation und Wettbewerb" an, ein Studium zur Verbesserung wirtschaftlicher Produktionsketten. Seine Abschlussarbeit schrieb er über die Anpassung einer optischen Sortiermaschine für Reis an den Verarbeitungsprozess des Getreides. In vielen Kooperativen steht heute diese Maschine.

Magnes brasilianischer Kollege in Berlin, Luiz Felipe de Seixas Corrêa, mit dem er sich regelmäßig trifft, ist beeindruckt von der Arbeit des Aymara-Botschafters: "Ich sehe in ihm große Weisheit. Wie er die Komplexität seines Landes repräsentiert, den besonderen historischen Moment." In der Diplomatie sei es durchaus üblich, "politische Botschafter" zu entsenden, auch wenn diese keine formale Laufbahn absolviert haben. In bestimmten Momenten könne es sehr wichtig sein, dass enge Vertraute des Präsidenten diese Aufgabe übernähmen, meint der brasilianische Botschafter. In dieser Hinsicht sei Magne Veliz keine Ausnahme.

Auszüge aus   der TAZ vom 19.1. 2009

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