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Den Klimawandel von unten bekaempfen

Im April sollen sich soziale Bewegungen und fortschrittliche Regierungen zu einer neuen Klima-Initiative in Bolivien treffen

Von M. Daniljuk
amerika21.de

Cochabamba. Der bolivianische Präsident Evo Morales lädt die sozialen Bewegungen aus aller Welt zu einem alternativen Klimagipfel nach Bolivien ein. Mit dem Aufruf zur Weltkonferenz der Völker zum Klimawandel reagiert die Regierung Boliviens auf das Scheitern des Klimagipfels in Kopenhagen. Das Treffen soll vom 20. bis zum 22. April 2010 in der bolivianischen Stadt Cochabamba stattfinden. Evo Morales sieht für eine weltweite Bewegung zum Schutz des Klimas vor allem das Ziel, gemeinsam und von Unten neue Vorschläge im Sinne des Kyoto-Protokolls zu vereinbaren. Auf dieser Grundlage soll die UNO zu einer entschiedeneren Klima-Politik bewegt werden.

In seinem Aufruf vom 5. Januar verweist Morales darauf, dass hauptsächlich die arme Bevölkerung in den Ländern des globalen Südens von der Erwärmung des Klimas betroffen sein wird, während 75 Prozent der Treibhausgase von der "irrationalen Industrialisierung" des Nordens verursacht seien. Die Erklärung, die auch auf Deutsch vorliegt, macht das kapitalistische Wirtschaftssystem für die negativen Umweltveränderungen verantwortlich. Notwendig sei es, die "Rechte der Mutter Erde" anzuerkennen und zu respektieren, um im 21. Jahrhundert die volle Erfüllung der Menschenrechte sicherzustellen.

Auch der Klimagipfel in Kopenhagen sei am Unwillen der entwickelten Länder gescheitert, wobei Morales das Adjektiv "entwickelt" in Anführungszeichen setzt. Auf dem Treffen in Kopenhagen hatten auch andere Vertreter der ALBA-Staaten ihre deutliche Kritik am Vorgehen der führenden Industriestaaten formuliert. Hugo Chávez, Präsident Venezuelas, warf den Regierungen des Nordens vor , eine Vereinbarung zu verhindern, um ihre globale Machtposition nicht zu gefährden. Auch der Vertreter Kubas kritisierte die Initiative der Industriestaaten in Kopenhagen als "absolut unzureichend" .

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