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Planet Diversity , Bonn 12.- 16. Mai 2008

Lokal, Vielfältig, Gentechnikfrei

Demonstration: Für biologische Vielfalt - regional, fair und gentechnikfrei!

Am Pfingstmontag, den 12. Mai 2008 in Bonn
Treffpunkt: 10 Uhr, Kleine Blumenwiese, Rheinaue
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Das Festival der Vielfalt in Bonn, Pfingstmontag

Ab 14 Uhr feiern wir in den Rheinauen auf der kleinen Blumenwiese das Festival der Vielfalt.

 


Vielfalt hat tausende Gesichter, Geschichten, Geschmäcker, Getränke, Gebräuche, Gesänge und Genüsse. Ein Festival der Sinne und der Vielfalt bildet den Auftakt von "Planet Diversity" und markiert den Beginn der in den folgenden drei Wochen stattfindenden Verhandlungen im Rahmen der Konvention über die Biologische Vielfalt.
Ein kulturelles, politisches und spirituelles Rahmenprogramm beleuchtet das Thema Vielfalt von vielen Seiten. Die Bevölkerung von Bonn, Köln und Umgebung und alle Freundinnen und Freunde aus Europa und der Welt sind herzlich eingeladen.
Mit Theater, Musik, Tieren, Pflanzen, Saatgut, Aktionen, Tanz und Musik, Videos, Präsentationen aller Art und Pavillons aller Kontinente feiern wir die Vielfalt des Lebens. Ein großer Spaß für Groß und Klein.

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Wofür brauchen wir die Biologische Vielfalt?

 

...und was hat Biologische Vielfalt mit Ernährungssicherung zu tun?

 

Biologische Vielfalt steht nicht nur für Wildnis, Regenwald und Artenvielfalt, sondern auch für Kulturpflanzen-, Sorten- und Nutztierrassenvielfalt. Sie ist unser "genetisches Kapital": Grundlage jeder Pflanzenzüchtung und deshalb unverzichtbar für die Welternährung.

 

Jahrtausende haben Bauern und Bäuerinnen gebraucht, um eine Vielzahl von Pflanzensorten für die Ernährung der Menschheit zu züchten. Und innerhalb weniger Jahrzehnte ist dieser globale Reichtum nach Schätzungen der FAO zu 75 % verloren gegangen. Die alten Landsorten waren angepasst an lokale Böden und das lokale Klima, boten eine breite Farben- und Geschmackspalette für eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung, trugen vor allem aber unzählige Resistenzgene. Bei auftretenden Krankheiten wurden nicht alle Felder befallen, denn einige Sorten waren weniger anfällig. Auf diese breite pflanzengenetische Reserve konnte man bei der Züchtung neuer resistenter Sorten zurückgreifen.

 

Wodurch wird die Biologische Vielfalt gefährdet?

 

 

Das reiche genetische Angebot ist heute weiterhin vom Aussterben bedroht: Zahlreiche lokale Sorten gibt es nicht mehr; sie wurden von wenigen Hochleistungssorten verdrängt und existieren allenfalls noch vereinzelt in den Privatgärten von Saatguterhaltungsinitiativen oder Genbanken. Doch auch deren Existenz ist teilweise gefährdet. Und Laborbedingungen sind mit Freilandbedingungen nicht vergleichbar: nur im Freiland kann der selektive, evolutionäre Anpassungsprozess stattfinden.

 

Dies bedeutet: Bei plötzlich auftretenden Klimaschwankungen, neuen Krankheitserregern oder Schadinsekten wird die Auswahl resistenter Sorten immer enger. Die Züchtung einer neuen Sorte kann aber bis zu 15 Jahre dauern. Damit rücken Befürchtungen, dass Grundnahrungsmittel regional bis länderweise komplett ausfallen könnten, in den Bereich des Möglichen. Historische Beispiele wie die Hungerkatastrophen des 19. Jahrhunderts nach dem Auftreten der Kartoffelfäule in Irland oder des Kastaniensterbens im Mittelmeerraum geben eine Vorstellung von der möglichen Gefahr. Von solchen Entwicklungen werden insbesondere die Länder des Südens betroffen sein, die nicht einfach auf andere Grundnahrungsmittel ausweichen können. Aber auch die Industrieländer des Nordens sind auf die Vielfalt der Biodiversitätszentren angewiesen: Denn 80-90% der genetischen Ressourcen, die Basis unserer Ernährung und Wirtschaft sind, stammen von dort.

 

Gentechnisch veränderte Kulturpflanzen führen die Logik der industrialisierten Landwirtschaft mit Hochleistungs- und Hochinputsorten in ihr Extrem fort - mit allen negativen Konsequenzen: Anbau sehr weniger Sorten in Monokulturen, weiter gesteigerter Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, Auslaugung von Böden und Erosion, Vergiftung des Grundwassers, großflächige uniforme Landbebauung mit Flurbereinigungen, die andere Nahrungs- oder Futterpflanzen verdrängen...ganz zu schweigen von zunehmender Abhängigkeit der Bauern von der Agrarindustrie und Hinweisen auf gesundheitliche Beeinträchtigungen, aufgrund derer VerbraucherInnen die Gentechnik zu Recht kritisch hinterfragen.

 

Gentechnisch veränderte Kulturpflanzen leisten weder einen Beitrag zur biologischen Vielfalt noch zur Ernährungssicherung - sondern gefährden beide.

 

Wodurch wird die biologische Vielfalt noch beeinflusst?

 

Internationale Abkommen wie das geltende Patentrecht der Welthandelsorganisation WTO, das internationale Abkommen zum Schutz von Pflanzensorten oder die Konvention über die biologische Vielfalt der Vereinten Nationen, die in Form nationaler Gesetzgebungen wie z.B. das Saatgutgesetz umgesetzt werden, stellen grundlegende Weichen für die Förderung oder Einschränkung der biologischen Vielfalt. Hier gilt es scharf zu beobachten, wer bei diesen Abkommen und Gesetzesregelungen eigentlich profitiert, wer Gewinner und wer Verlierer ist. Verlierer könnten wir alle sein - nicht nur die Bauern - wenn die Grundlage unserer Existenz: unsere Nahrung in ihrer Reichhaltigkeit, Qualität und Kontinuität gefährdet wird.

 

 
                                  
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